Gemeinwohlökonomie – ein Weg aus den wirtschaftlichen und sozialen Krisen?

Wenige kennen den genauen Wortlaut der bayerischen Verfassung, aber in Artikel 151 ist zu lesen: „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesonders der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle“

Schon seit längerem gibt es viele Aktive, die sich genau diesem Ziel einer Gemeinwohlorientierung verschrieben haben. Professor Dr. Bernd Hümmer von der Technischen Hochschule Nürnberg und Herr Wilfried Knorr, Geschäftsführer der Herzogsägmühle in Oberbayern, stellten die ungewöhnliche, aber sehr vernünftige Idee und auch gleich deren Umsetzung in der Praxis vor.

Die Gemeinwohlökonomie möchte durch eine Bilanzierung von Unternehmen anhand der drei Kriterien sozial, ökologisch und ethisch eine andere, bessere Wirtschaftsweise fördern. Zu jeden Kriterium gibt es viele Fragen, die das Unternehmen beantworten muss, das sich gemeinwohlzertifizieren lassen will.

hier ein paar Beispiele: 

- sozial: Werden gerechte Löhne gezahlt? Sind die Arbeitsbedingungen gesundheitsschädlich? Wie groß ist die Kluft zwischen den Löhnen innerhalb eines Betriebs?...

-ökologisch: Braucht man das Produkt? Ist das Produkt recyclebar? Wird durch die Produktion Umwelt zerstört?....

-ethisch: Wird die Menschenwürde gewahrt? Gibt es Mitbestimmung? Ist ein gutes Leben für alle oder nur für wenige das Ziel?...

Die Herzogsägmühle, eine Einrichtung für  Menschen in verschiedenen Lebenslagen, hat sich auf den Weg gemacht, in allen Bereichen diese Fragen zu beantworten und immer besser zu werden. Mehr Mitbestimmung, ökologischeres Essen für alle im Betrieb....

Auch die Kirchen und kirchennahen Einrichtungen müssen sich auf den Weg machen und als Grundlage ihres Wirtschaftens das Gemeinwohl als Ziel haben! Sollten gerade sie nicht Vorreiter sein, wenn es um das Wohl des Menschen und dessen Umwelt geht?

Ein interessanter Abend, der Lust auf mehr Gemeinwohl machte!

mehr Informationen:https://www.ecogood.org